Eine Bewegung gegen extraktive Systeme kann nicht auf ihnen leben.
Heute organisieren sich solarpunkische Gruppen in Facebook-Gruppen, WhatsApp, Instagram, Discord. Werkzeuge, deren Geschäftsmodell ist, wofür diese Bewegung steht: Aufmerksamkeit verkaufen, Daten extrahieren, Macht zentralisieren.
§ 04.1 · Diagnose
Was passiert, wenn eine Bewegung auf Konzern-Infrastruktur lebt.
Algorithmen optimieren auf Empörung, nicht auf Hoffnung; Empörung bindet länger, Hoffnung verkauft schlechter. Eure Reichweite ist gemietet, jederzeit aufkündbar. Was ihr postet, gehört nicht euch. Wer ein Repair-Café in einer Facebook-Gruppe organisiert, baut auf Sand: kippt die Gruppe, kippt die Community.
Die letzten Jahre haben das praktisch durchexerziert. Twitter unter Musk, das Aktivist:innen-Netze vertreibt. Reddit, das gegen die eigenen Moderator:innen vorgeht. Facebook, das Bürgergruppen ohne Berufungsmöglichkeit löscht. Instagram, das Konten „aus Versehen" sperrt. Plattformen, deren Politik sich täglich ändern kann, über die Köpfe derer hinweg, die darauf ihre Arbeit aufgebaut haben.
§ 04.2 · Anders bauen
Was Rhizom stattdessen ist.
Keine Plattform in der Mitte. Ein Wurzelwerk aus vielen, kleinen Knoten, die einander vertrauen. Föderiert, also: fällt ein Knoten, bleibt das Netz. Open Source, also: scheitert das Projekt, könnt ihr es selbst weiterführen. Genossenschaftlich getragen, also: niemand kann uns aufkaufen oder zur Werbeplattform machen.
Werbefrei, weil Aufmerksamkeit kein Rohstoff ist. Chronologisch sortiert, weil keine fremde Hand zwischen euch und der Nachbarschaft sitzen soll. EU-gehostet auf Ökostrom. Datenexport jederzeit, Konto vollständig löschbar. Was ihr hier seid, gehört euch.